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Freitag, 21. September 2012

Kampf gegen Korruption - Griechenland ermittelt gegen 32 Politiker










Akropolis

Kampf gegen Korruption

Griechenland ermittelt gegen 32 Politiker

Die griechische Finanzpolizei hat Ermittlungen gegen 32 Politiker wegen Korruptionsverdachts aufgenommen. Die Ermittlungen sollen klären, wie die Verdächtigen zu ihren Vermögen kamen, hieß es aus dem Finanzministerium. Die Einheit für Finanzvergehen werde die Vermögensverhältnisse von "aktiven und ehemaligen Politikern sowie Bürgermeistern und Beamten" prüfen und dies mit dem versteuerten Einkommen vergleichen, sagte ein Beamter.
Griechenlands Finanzminister Yannis Stournaras (Foto: AFP) Großansicht des Bildes Er hatte versprochen, schärfer gegen Steuerhinterziehung vorzugehen: Griechenlands Finanzminister Stournaras Das griechische Finanzministerium hatte mehrmals in den vergangenen Monaten versprochen, schärfer gegen Steuerhinterziehung vorgehen zu wollen. Vor allem Selbstständige wie Ärzte oder Rechtsanwälte stehen im Verdacht, zu wenig Steuern zu bezahlen. Der Staat verliert dadurch jedes Jahr Milliarden an Steuereinnahmen. Finanzminister Yannis Stournaras informierte am Donnerstag das Parlament über die Ermittlungen. Die Tageszeitung "Kathimerini" berichtete, ein für Partei- und Politikerfinanzen zuständiger Parlamentsausschuss werde sich in den kommenden Tagen damit beschäftigen.
In den Augen vieler Griechen haben etliche Politiker ihre Glaubwürdigkeit verspielt. Während viele Menschen den Gürtel immer enger schnallen müssen, blieben die Reichen mit der Hilfe korrupter Politiker ungeschoren, so der Vorwurf "empörter Bürger", die in Athen auf die Straße gehen.

Hintergrund

Griechenland Euro (Foto: dpa)
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Die Ermittlungen finden vor dem Hintergrund von neuen Sparverhandlungen statt. Die Regierung konnte sich am Donnerstag nicht auf das 11,5-Milliarden-Euro Sparpaket einigen. Konservative, Sozialisten und Linke sind sich uneins über wichtige Details des Pakets, unter anderem die Forderung der "Troika" aus EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) nach einer Anhebung des Rentenalters. Der Plan enthält außerdem erneute Einschnitte bei Löhnen und Renten sowie Sozialleistungen. Zuletzt wurde bekannt, dass Griechenland mehrere Vorgaben der "Troika" nicht erfüllen kann.
Stand: 21.09.2012 15:51 Uhr

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